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Aus einen privaten Forum wo ich seit Jahren Mitglied bin.

Hallo Kollegen,

ich finde es wirklich gut, daß man hier über Themen schreiben kann, über die man eigentlich nur mit wirklich guten Freunden redet. Ich muß sagen, obwohl ich Euch leider nicht persönlich kenne, zähle ich Euch in gewisser Weise zu meinen Freunden, von denen ich leider nicht sehr viel habe. Bekannte hat man viel - richtige Freunde eher nicht !!!
Entschuldigt bitte, daß ich mich hier so einfach einmische. Ich bin zwar noch nicht so lange da und weiß  nicht, was da irgendwann mal mit Thomas war, es war aber mit Sicherheit nicht gut, aber er scheint es im Griff zu haben.
Ich verfolge Eure Beiträge seit einiger Zeit und denke zu wissen, falsch.... zu glauben, was Thomas meint.
Zugegeben - er bringt es vielleicht ein wenig zu radikal rüber, aber vom Kern her denke ich es verstanden zu haben.

Mir ging es ähnlich und geht es eigentlich immer noch so, da sich Veränderungen eher langsam vollziehen.

Unsere Firma läuft wirklich gut, trotzdem stand ich vor ein paar Wochen an einem Punkt, an dem ich wusste, daß es so wie im Moment nicht mehr weitergehen kann.
Mit "so wie im Moment" meine ich, daß ich
- jede Woche 70 - 80 Stunden arbeiten (beim Kunden und im Büro)
- jeden Abend bis 21 oder 22 Uhr vorm Rechner (Rechnungen, Angebote und sonstigen Kram)
- jeden Samstag und Sonntag im Büro (Rechnungen, Angebote und sonstigen Kram)
- seit 6 Jahren keinen Urlaub mehr gehabt, weil keine Zeit dafür da war
- meine Tochter ist letztes Jahr im Herbst in die Schule gekommen und ich kann mich kaum noch an die Zeit davor erinnern (was ich sehr bedauere)
- keine Zeit mehr um Sport zu machen (früher Wakeboard, Snowboard, Hanteltraining, Rad fahren, schwimmen........)
- keine Zeit mehr um mit Freunden spontan was zu unternehmen (angeln, was trinken gehen........... war früher anders)
- usw. usw. usw.

Die ersten paar Jahre ging das alles noch gut - hab ich alles noch gut weggesteckt - und meine Familie auch (Gott sei Dank)
Aber in letzter Zeit (ich denke mal so das letzte halbe bis dreiviertel Jahr) habe ich selber gemerkt, daß sich mein Leben ins Negative verändert hat:
- ich war bei der kleinsten Kleinigkeit genervt, gereizt und sogar aggressiv (was mich erschreckt hat, weil es früher überhaupt nicht war und ich auch nicht der Typ dafür bin!!!)
- mein Alkoholkonsum stieg stetig an
- mein Körpergewicht natürlich auch
- keine Zeit mit meiner Tochter zu spielen oder was zu unternehmen oder mich mit den Hunden (3 Stück) zu befassen usw.................
- mein Leben ging an mir vorbei, ohne daß ich es wahrgenommen habe - es wurde alles Routine.

Um es auf den Punkt zu bringen - ich war mit mir und meinem Leben extrem unzufrieden. Und das hat auch jeder um mich herum gemerkt oder zu spüren bekommen (leider) - logisch!

In irgendeinem Beitrag hier im Forum hat Thomas dann das Buch "die 4 Stunden Woche (oder Monat)" erwähnt und ich hab es mir gekauft (ich kann nicht mal mehr sagen warum).

THOMAS - ICH KANN DIR DAFÜR NICHT GENUG DANKEN!!!!!

Ja sicher - der Titel schießt übers Ziel hinaus, aber es geht darin auch nicht zwingend um eine 4 Stunden Arbeitswoche.
Will ich zum einen nicht und geht in unserem Beruf sowieso nicht!!! Es geht in dem Buch aber hauptsächlich darum, daß Dir jemand mit guten Beispielen vor Augen hält, was Du machen kannst um deinen Alltag und somit dein Leben zu vereinfachen - quasi "aufzuräumen":
- nicht jedem kleinen Auftrag nachrennen
- mehr Aufgaben delegieren oder abgeben
- nicht jeden Kunden zufrieden stellen zu müssen
- auch mal "nein" sagen zu können
- Freunde oder Bekannte überdenken, die einem im Weg stehen usw. usw..........
kurz - möglichst alles auszuschließen was einen nicht weiterbringt oder im Weg steht!

Ich habe mich mit meiner Frau daraufhin zusammengesetzt und darüber gesprochen was ich ändern will und muß.
Sie ist meiner Meinung und hilft mir dabei und ich denke, daß wir auf einem guten Weg sind.
Wir haben für Pfingsten einen größeren Urlaub geplant und bereits ein paar "nervige, schwierige" Kunden aussortiert (mit gutem Gewissen).
Auch lehne ich inzwischen Angebote und Aufträge ab, bei denen ich ein schlechtes Gefühl habe und eigentlich nicht wirklich machen will.
Ich muß sagen, daß ich schon kleine Veränderungen merke und mir mehr Zeit für mich und meine Familie nehme.
So halte ich mir inzwischen den Sonntag für irgendwelche Aktivitäten grundsätzlich frei, was vorher auch nicht war.
Ich bin froh, daß ich selber gemerkt habe, daß ich was ändern muß. Sicher sind das erstmal kleine Veränderungen, die aber mehr werden.
Ich bin mir sicher, daß mein Leben auf kurz oder lang den Bach runter gegangen wäre, wenn ich so weitergemacht hätte, sowohl gesundheitlich, beziehungstechnisch und geschäftlich.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der der Meinung ist, daß er was ändern sollte und dazu ein paar Ideen oder Anregungen braucht.
Und falls nicht, hat man was zu schmunzeln, da das Buch teilweise wirklich ironisch geschrieben ist.
Und was Thomas angeht, bin ich sicher daß er auch auf einem guten Weg ist - allerdings darf man es nicht übertreiben und muß wissen, wie weit man gehen kann. Thomas ich kenne Dich leider nicht, aber ich denke und wünsche Dir, daß Du das hinbekommst.

Gruß Andi



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